Unctuous Compositions

  • Published: Jul 24, 2008
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Ölige Formulierungen

Die vorliegende Erfindung betrifft ölige Formulierungen, Verfahren zu ihrer Herstellung sowie ihre Verwendung als Zusatz zu Tierfuttermitteln und Lebensmitteln.

Die Formulierung von Carotinoiden stellt aufgrund ihrer Schwerlöslichkeit in Wasser und ihrer chemischen Instabilität eine besondere Herausforderung dar. Es gab daher zahlreiche Versuche, Carotinoidformulierungen bereitzustellen, die einerseits stabil sind und andererseits gute Bioverfügbarkeit aufweisen und bei der Anwendung die gewünschten Farbausbeu- ten liefern. Flüssige Carotinoidformulierungen sind von besonderem Interesse, weil die Gewinnung der Carotinoide in Pulverform und die Zubereitung einer flüssigen Formulierung durch den Anwender entfallen.

Die Herstellung von Carotinoid-Primärpartikeln mit einer Teilchengröße im Nanometerbe- reich ist entscheidend, um ausreichende Bioverfügbarkeit und Farbausbeuten zu erzielen. Um derartige Partikel herzustellen, sind vor allem zwei Methoden bekannt geworden:

(1 ) ein Emulgier/Fällungsprozess (Mikronisierung), wie er beispielsweise in der EP 410 236 A beschrieben ist. Gemäß der EP 065 193 A erfolgt die Herstellung von fein verteilten pulver- förmigen Carotinoidpräparaten dadurch, dass man ein Carotinoid in einem flüchtigen, mit

Wasser mischbaren organischen Lösungsmittel bei erhöhter Temperatur und gegebenenfalls unter erhöhtem Druck löst, das Carotinoid durch Mischen mit einer wässrigen Lösung eines Schutzkolloids ausfällt, aufkonzentriert und anschließend sprühtrocknet. Die EP 1 213 013 A beschreibt die Herstellung einer wässrigen Carotinoiddispersion in Anwesenheit eines Hyd- rokolloids, wie Casein oder Gelatine. Dabei wird der Wirkstoff zusammen mit dem Hydrokol- loid durch Einstellen des pH-Wertes auf den isoelektrischen Punkt ausgeflockt, anschließend wird das ausgeflockte Material abgetrennt und getrocknet. Dispergieren des erhaltenen pul- verförmigen Produktes ergibt dann eine ölige Suspension. Ein analoges Verfahren unter Verwendung von mit Wasser nicht mischbaren Lösungsmitteln ist in der EP 937 412 A be- schrieben.

(2) Ein Zerkleinerungsprozess, insbesondere durch Mahlung, wie er beispielsweise in WO 91/06292 und WO 94/1941 1 beschrieben ist. Die Vermahlung der Carotinoide erfolgt mittels einer Kolloidmühle, in wässrigen oder öligen Medien, wobei einer Partikelgröße im Nanome- terbereich erzielt wird. Die WO 96/23429 beschreibt die Herstellung von öligen Astaxanthin-Suspensionen mit Partikelgrößen < 2 μm durch Vermählen von Astaxanthin, wobei während oder nach dem Vermählen ein Öl zugegeben wird. Die Anwendung von Schutzkolloiden oder Emulgatoren ist nicht offenbart. Es wird darauf hingewiesen, dass die Partikel zur Agglomeration neigen. Dementsprechend wird eine weitere Stabilisierung durch Aufbewahren der Suspension unter der Verfestigungstemperatur in Betracht gezogen.

In der WO 03/102116 sind ölige Lösungen eines Carotinoids beschrieben. Die Herstellung dieser öligen Lösungen erfolgt durch Lösen der Carotinoide in einem organischen Lösungs- mittel, wie N-Methylpyrrolidon, in Anwesenheit eines lipophilen Dispergiermittels und Entfernen des Lösungsmittels. Das erhaltene Pulver wird dann in geringer Konzentration in einem Öl, z. B. Fischöl, gelöst.

Die WO 2006/125591 beschreibt die Herstellung einer öligen Carotinoid-Zusammensetzung. Dabei wird das Carotinoid in einer Ölphase dispergiert, die Dispersion wird für kurze Zeit erhitzt, um das Carotinoid in Lösung zu bringen, und die erhaltene Lösung wird durch Vermischen mit weiterem Öl, das eine niedrigere Temperatur als die Öllösung aufweist, gekühlt. Die ölige Zusammensetzung enthält eine nur geringe Menge an Carotinoid, d.h. es müssen große Mengen der Zusammensetzung eingesetzt werden, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Das Verfahren ist deshalb nicht wirtschaftlich.

Die WO 96/13178 beschreibt die Herstellung stabiler Lycopin-Konzentrate durch Vermählen des Lycopins in einem flüssigen Medium, in dem das Lycopin im Wesentlichen unlöslich ist. Als flüssiges Medium werden Glycerin, Propylenglykol oder Ethanol verwendet.

Den Methoden des Standes der Technik ist gemeinsam, dass sie entweder Produkte mit nicht zufriedenstellender Stabilität oder Bioverfügbarkeit ergeben oder dass die Herstellung aufwendig ist.

Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, flüssige Carotinoidformulie- rungen zur Verfügung zu stellen, die einfach herstellbar sind und dennoch Produkte ergeben, deren Stabilität und Bioverfügbarkeit mit den bekannten Produkten vergleichbar sind.

Überraschenderweise wurde nun gefunden, dass diese Aufgabe durch eine ölige Formulie- rung gelöst wird, die in einem essbaren Öl einen festen Wirkstoff und ein hydrophobes Schutzkolloid dispergiert oder gelöst enthält. Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist daher eine ölige Formulierung in Form einer Dispersion (Suspension), umfassend mindestens einen Wirkstoff, mindestens ein hydrophobes Schutzkolloid und mindestens ein essbares Öl.

Als Wirkstoff kommen feste Wirkstoffe in Betracht, die in dem essbaren Öl dispergierbar sind. Die Wirkstoffe weisen im Allgemeinen eine Teilchengröße im Bereich von 50 nm bis 10 μm, vorzugsweise 100 nm bis 5 μm, besonders bevorzugt 100 nm bis 3 μm, 150 nm bis 2 μm und insbesondere 200 nm bis 1 μm auf.

Vorzugsweise handelt es sich bei den Wirkstoffen um Carotinoide. Dabei können die bekannten, aus natürlichen Quellen oder synthetisch zugänglichen Vertreter eingesetzt werden. Beispiele hierfür sind ß-Carotin, Lycopin, Lutein, Astaxanthin, Astaxanthin-Derivate (wie z.B. Astaxanthin-dimethyl-disuccinat oder Astaxanthin-dipalmitat), Zeaxanthin, Cryptoxanthin, Citranaxanthin, Canthaxanthin, Echinenon, Bixin, ß-Apo-4-carotinal, ß-Apo-8-carotinal, ß- Apo-4-carotinsäureester, einzeln oder als Mischung. Bevorzugt sind Astaxanthin, Astaxanthin-Derivate (wie z.B. Astaxanthin-dimethyl-disuccinat oder Astaxanthin-dipalmitat), ß- Carotin, ß-Apo-8-carotinal, ß-Apo-8'-carotinsäureethylester, Canthaxanthin, Citranaxanthin, Echinenon, Lutein, Lycopin und Zeaxanthin. Besonders bevorzugt sind Astaxanthin, Astaxanthin-Derivate (wie z.B. Astaxanthin-dimethyl-disuccinat oder Astaxanthin-dipalmitat), und Canthaxanthin und insbesondere Astaxanthin.

Die erfindungsgemäßen Formulierungen enthalten außerdem ein hydrophobes Schutzkolloid. Unter einem hydrophoben Schutzkolloid ist ein Schutzkolloid zu verstehen, das in Wasser nicht löslich, nicht wasserdispergierbar und nicht quellbar ist. Es ist jedoch in wässrigem Ethanol oder Isopropanol, das wenigstens 40 Gew.-% Ethanol oder Isopropanol enthält, löslich. Das Schutzkolloid wird als löslich betrachtet, wenn sich mehr als 0,5 Gew.-% des Hyd- rokolloids in wäßrigem Ethanol oder Isopropanol mit mindestens 40 Gew.-% Alkohol lösen. Die Schutzkolloide besitzen Affinität zu Phenyl-, Octyl- oder Butyl-Sepharose.

Eine bevorzugte Gruppe hydrophober Schutzkolloide sind die Prolamine. Es handelt sich dabei um Proteine, die in Getreidearten vorkommen. Beispiele geeigneter Prolamine sind Zein (aus Mais), Gliadin (aus Weizen und Hafer), Secalin (aus Roggen), Hordein (aus Gerste), Orycin (aus Reis) und Kafarin (aus Hirse, Sorghum).

In Betracht kommen außerdem hydrophobe Schutzkolloide, insbesondere Proteine, die durch Fermentation hergestellt und/oder modifiziert worden sind oder die synthetisch hergestellt worden sind. Das essbare Öl kann synthetischer, mineralischer, pflanzlicher oder tierischer Herkunft sein. Beispiele sind Sesamöl, Maiskeimöl, Baumwollsaatöl, Sojabohnenöl, Erdnussöl, Ester mittel- kettiger pflanzlicher Fettsäuren, Oleostearin, Paraffinöl, Glycerylstearat, Isopropylmyristat, Diisopropyladipat, 2-Ethylhexansäurecetylstearylester, hydriertes Polyisobuten, Caprylsäu- re/Cabrinsäure-Triglyceride, Palmöl, Palmkernöl, Lanolin und PUFAs (polyunsaturated fatty acids, wie Eicosapentaensäure (EPA), Docosahexaensäure (DHA) und alpha-Linolensäure.

Bevorzugt sind essbare, bei 30 0C flüssige Öle, wie Sonnenblumenöl, Palmöl, Palmkernöl, Sesamöl, Maiskeimöl, Baumwollsaatöl, Sojabohnenöl, Erdnussöl, Ester mittelkettiger Triglyceride (songeannte MCT Öle), Fischöle, wie Makrelen-, Sprotten- oder Lachsöl. Für die Tierernährung besonders bevorzugt sind Fischöle, Maiskeimöl, Sonnenblumenöl, Sojaöl und Erdnussöl. Für den Food-/Pharmabereich sind die für die Tierernährung genannten Öle sowie die Ester mittelkettiger Triglyceride von Vorteil.

Die Wirkstoffe sind in den erfindungsgemäßen Formulierungen im Allgemeinen in einer Menge im Bereich von 0,1 bis 50 Gew.-%, vorzugsweise 0,2 bis 30 Gew.-% und insbesondere 1 ,0 bis 15 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der öligen Formulierung, enthalten.

Die Menge an hydrophobem Schutzkolloid liegt im Allgemeinen im Bereich von 1 bis 75 Gew.-%, vorzugsweise 2 bis 70 Gew.-% und insbesondere 5 bis 65 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Formulierung.

Das Gewichtsverhältnis von Wirkstoff zu hydrophobem Schutzkolloid liegt im Allgemeinen im Bereich von 5:1 bis 1 :10, vorzugsweise 3:1 bis 1 :5.

Die Menge an essbarem Öl liegt im Allgemeinen im Bereich von 20 bis 98,9 Gew.-%, vorzugsweise 30 bis 98 Gew.-%, besonders bevorzugt 40 bis 97 Gew.-% und insbesondere 50 bis 95 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der öligen Formulierung.

Zur Erhöhung der Stabilität des Wirkstoffes gegen oxidativen Abbau ist es vorteilhaft, Stabilisatoren wie α-Tocopherol, t-Butylhydroxytoluol, t-Butylhydroxyanisol, Ascorbinsäure oder Ethoxyquin zuzusetzen.

Die erfindungsgemäßen Formulierungen können außerdem Hilfsstoffe, wie Verdicker, Hartfette, Chelatbildner, beispielsweise Alkali- oder Erdalkalisalze der Citronensäure, Phythin- säure oder Phosphorsäure und/oder Emulgatoren enthalten. Beispiele für Emulgatoren sind Ascorbylpalmitat, Polyglycerin-Fettsäureester, wie Polyglycerin-3-polyricinoleat (PGPR 90), Sorbitan-Fettsäureester, wie Sorbitanmonostearat (span 60), PEG(20)-Sorbitolmonooleat, Propylenglykol-Fettsäureester oderPhospholipide, wie Lecithin.

Die Herstellung der erfindungsgemäßen Formulierungen kann nach mehreren Verfahren erfolgen. Gemäß einem ersten Verfahren wird der Wirkstoff in dem verwendeten Öl vermählen. Das hydrophobe Schutzkolloid kann vollständig oder teilweise von Anfang an vorhanden sein oder während des Mahlens zugegeben werden. Es kann in pulverförmiger Form oder als Lösung zugegeben werden. Wenn es als Lösung zugegeben wird, verwendet man als Lösungsmittel zweckmäßigerweise einen Mono- oder Polyalkohol, gegebenenfalls im Gemisch mit Wasser, oder einen Carbonsäureester oder Gemische davon. Beispiele für geeignete Lösungsmittel sind Isopropanol/Wasser (8:2), Propylenglykol, Ethylenglykol, Triethy- lenglykol oder Ethyllactat. Das Mahlen wird so lange durchgeführt, bis eine mittlere Teilchengröße der Wirkstoffkristalle und des hydrophoben Schutzkolloids von < 5 μm, vorzugsweise < 1 μm, erreicht ist. Als Vorrichtung zum Vermählen können übliche, dem Fachmann bekannte Vorrichtungen, beispielsweise Kolloidmühlen, Kugelmühlen, wie Dynomill Typ KDL, etc., eingesetzt werden.

Es kann zweckmäßig sein, dem zu vermählenden Gemisch eine geringe Menge an Wasser oder Alkanol oder einem Gemisch davon zuzusetzen. Geeignete Alkanole sind beispielsweise Methanol, Ethanol, Isopropanol etc. Im Allgemeinen werden nicht mehr als 10 Gew.-% an Wasser, Alkanol oder einem Gemisch davon dem zu vermählenden Gemisch zugesetzt.

Gemäß einem weiteren Verfahren werden der feste Wirkstoff und das hydrophobe Schutz- kolloid in einem polaren Lösungsmittel gelöst. Als polares Lösungsmittel verwendet man insbesondere wassermischbare, thermisch stabile, flüchtige, nur Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff enthaltende Lösungsmittel, wie Alkohole, Ether, Ester, Ketone und Acetale. Zweckmäßig verwendet man solche Lösungsmittel, die mindestens zu 10 % wassermischbar sind, einen Siedepunkt unter 200 0C aufweisen und/oder weniger als 10 Kohlenstoffatome haben. Besonders bevorzugt verwendet man Methanol, Ethanol, n-Propanol, Isopropanol, 1 ,2-Butandiol-1-methylether, 1 ,2-Propandiol-n-propylether, Tetrahydrofuran oder Aceton. Es kann auch ein Gemisch dieser Lösungsmittel mit Wasser zur Anwendung kommen, wobei die Menge an Lösungsmittel mindestens 40 Gew.-% beträgt. Beispiele für derartige Gemische sind Gemische von Ethanol oder Isopropanol mit Wasser.

Das Lösen des Wirkstoffes und des hydrophoben Schutzkolloids in dem verwendeten Lösungsmittel erfolgt, indem man die beiden Komponenten zunächst in dem Lösungsmittel bei einer Temperatur im Bereich von Raumtemperatur bis etwa Siedetemperatur des verwendeten Lösungsmittels dispergiert. Die Dispersion wird anschließend mit weiterem Lösungsmittel, das auf eine höhere Temperatur erhitzt ist, vermischt, wobei sich die Komponenten lösen. Die Temperatur des weiteren Lösungsmittels liegt im Allgemeinen im Bereich von 150 bis 250 0C, wobei unter einem Druck gearbeitet wird, der sich bei der zur Anwendung kommenden Temperatur einstellt. Unmittelbar anschließend (innerhalb von 0,1 bis 30 Sekunden) wird die erhaltene Lösung mit Wasser vermischt, wobei eine Dispersion der Wirkstoffteilchen in dem Lösungsmittel-Wasser-Gemisch erhalten wird. Die Teilchengröße der Wirkstoffteilchen liegt im Allgemeinen im Bereich von 50 nm bis 800 nm. Die Menge an zugegebenem Wasser beträgt im Allgemeinen das Ein- bis Zehnfache der Menge des verwendeten Lösungsmittels. Der pH-Wert des zugesetzten Wassers wird so eingestellt, dass er um mindestens 2 pH-Einheiten vom isoelektrischen Punkt des verwendeten Schutzkolloids entfernt ist. Beispielsweise wird der pH-Wert bei Verwendung von Zein auf einen Wert von mindestens 9 und insbesondere auf einen Wert von mindestens 10 eingestellt.

Zur weiteren Aufarbeitung gibt es zwei Alternativen. Aus der erhaltenen Wirkstoffdispersion wird das Lösungsmittel in üblicher Weise entfernt oder man bringt die Wirkstoff/Schutzkolloid-Teilchen zum Ausflocken. Dies erfolgt dadurch, dass man den pH-Wert der Wirkstoffdispersion auf den isoelektrischen Punkt des Schutzkolloids einstellt. Die ausge- flockten Teilchen, die ein Wirkstoff-hydrophobes Schutzkolloid-Aggregat darstellen, werden dann in üblicher weise gewonnen, beispielsweise durch Filtrieren, Zentrifugieren oder Sprühtrocknen, und gegebenenfalls getrocknet. Eine flüssige Formulierung wird durch Aufnehmen des erhaltenen pulverförmigen Produktes in dem gewünschten essbaren Öl erhalten.

Einzelheiten des Verfahrens und weitere Verfahrensvarianten sind in der EP 1 213 013 und EP 1 219 292 beschrieben, deren Offenbarungsgehalt in vollem Umfang zum Gegenstand der vorliegenden Erfindung gemacht wird.

Die erfindungsgemäßen Formulierungen können vor der Anwendung durch Zusatz von Fetten oder Ölen auf die jeweilige Gebrauchskonzentration verdünnt werden. Die Verdünnung kann beispielsweise unter Rühren bei erhöhten Temperaturen, wie 30 bis 80 0C, erfolgen.

Die Formulierungen eignen sich unter anderem als Zusatzstoff zu Tierfuttermitteln und Le- bensmittelzubereitungen bzw. Mischfutter, als Mittel für die Herstellung pharmazeutischer und kosmetischer Zubereitungen sowie für die Herstellung von Nahrungsergänzungspräpa- raten im Human- und Tierbereich. Bevorzugt lassen sich die Suspensionen als Futtermittel- zusatz in der Tierernährung einsetzen, beispielsweise durch Einmischen in Futtermittel pel- lets bei der Extrusion oder durch Auftragen bzw. Aufsprühen auf Futtermittelpellets. Die Anwendung als Futtermittelzusatz erfolgt insbesondere durch direktes Aufsprühen der erfindungsgemäßen Formulierungen, beispielsweise als sogenannte „post-pelleting application". Vorzugsweise belädt man die Futtermittelpellets mit den Formulierungen unter vermindertem Druck.

Typische Einsatzgebiete im Lebensmittelbereich sind beispielsweise die Vitaminierung und Färbung von Getränken, Milchprodukten wie Joghurt, Milchmixgetränken oder Milchspeise- eis sowie von Puddingpulvern, Eiprodukten, Backmischungen und Süßwaren. Im Kosmetikbereich können die öligen Suspensionen beispielsweise für dekorative Körperpflegemittel, beispielsweise in Form einer Creme, einer Lotion, als Lippenstift oder Make-up, verwendet werden.

Gegenstand der Erfindung sind ferner Nahrungsergänzungsmittel, Tierfuttermittel, Lebensmittel sowie pharmazeutische und kosmetische Zubereitungen, welche die erfindungsgemäßen Formulierungen umfassen. Bevorzugt sind Tierfuttermittel, insbesondere Futtermittelpellets, die mit den Formulierungen beladen sind.

Unter Nahrungsergänzungspräparaten sowie pharmazeutischen Zubereitungen sind u.a. Tabletten, Dragees sowie bevorzugt Hart- und Weichgelatinekapseln zu verstehen, welche die erfindungsgemäßen Formulierungen umfassen.

Die nachfolgenden Beispiele erläutern die Erfindung, ohne sie zu begrenzen.

Beispiel 1

Herstellung einer öligen Astaxanthin-Dispersion

Die Herstellung erfolgte in einer Vorrichtung des in EP 065 193 beschriebenen Typs. In einer beheizbaren Vorlage wurden bei einer Temperatur von 30 0C 40 g kristallines Astaxanthin, 60 g Zein, 2 g Ascorbylpalmitat und 4 g Ethoxyquin in 600 g eines Isopropanol/Wasser- Gemisches (60:40) bei Raumtemperatur suspendiert. Die Wirkstoffsuspension wurde dann auf 87,8 0C erwärmt und mit einer Flussrate von 2,14 kg/h kontinuierlich mit weiterem I- sopropanol/Wasser-Gemisch (60:40), das eine Temperatur von 290 0C hatte, mit einer

Flussrate von 3,0 kg/h vermischt. Es stellte sich eine Mischungstemperatur von 170 0C und ein Druck von 54,8 bar ein. Die erhaltene Lösung wurde unmittelbar anschließend (< 1 sec) mit 16 643 g destilliertem Wasser, dessen pH-Wert mit 1 M NaOH auf pH 11 eingestellt worden war, mit einer Flussrate von 50,5 kg/h vermischt, wobei eine kolloidale Wirkstoffdispersion erhalten wurde.

Die Wirkstoffteilchen wiesen im Isopropanol/Wasser-Gemisch bei einem E 1/1 -Wert von 1 10 eine Teilchengröße von 150 nm auf.

Anschließend wurde der pH-Wert der Dispersion mit 1 M HCl auf pH 5,1 eingestellt, um die Astaxanthin/Zein-Teilchen auszuflocken. Die ausgeflockten Teilchen wurden getrocknet und so in Sojaöl dispergiert, dass eine 9,5 Gew.-%ige Astaxanthin-Dispersion erhalten wurde. Der Wirkstoffgehalt dieser Dispersion blieb über einen Zeitraum von 6 Monaten unverändert. Die ölige Dispersion kann direkt durch Verdünnen mit Öl auf Futtermittelpellets aufgebracht werden.

Beispiel 2 (Vergleich)

Herstellung einer Astaxanthin-Formulierung unter Verwendung eines hydrophilen Schutzkolloids

In einer beheizbaren Vorlage wurden analog dem Beispiel 1 beschriebenen Verfahren bei einer Temperatur von 30 0C 83,5 g kristallines Astaxanthin und 20 g α-Tocopherol in 626 g eines azeotropen Isopropanol/Wasser-Gemisches bei Raumtemperatur suspendiert. Die Wirkstoffsuspension wurde dann auf 90 0C erwärmt und mit einer Flussrate von 2,1 kg/h kontinuierlich mit weiterem Isopropanol/Wasser-Azeotrop, das eine Temperatur von 220 0C hat- te, mit einer Flussrate von 2,6 kg/h vermischt, wobei sich das Astaxanthin bei einer Mischungstemperatur von 165 0C und einem Druck von 55 bar auflöste. Diese Wirkstofflösung wurde unmittelbar anschließend mit einer wässrigen Phase aus einer Lösung von 83,5 Sojaprotein und 177 g Lactose in 11 010 g destilliertem Wasser, in welcher der pH-Wert mit 1 M NaOH auf pH 9,5 eingestellt worden war, mit einer Flussrate von 32,5 kg/h vermischt.

Die bei der Mischung entstandenen Wirkstoffteilchen wiesen im Isopropanol/Wasser- Gemisch bei einem E 1/1 -Wert von 124 eine Teilchengröße von 107 nm auf.

Anschließend wurde die Dispersion an einem Dünnfilmverdampfer auf ca. 23,7 Gew.-% Tro- ckengehalt aufkonzentriert und schließlich sprühgetrocknet. Das Trockenpulver wies einen Astaxanthin-Gehalt von 23 Gew.% auf. Das in Wasser redispergierte Trockenpulver hatte eine Teilchengröße von 317 nm und wies einen E 1/1 -Wert von 101 auf. Der E 1/1 -Wert ist die spezifische Extinktion einer 0,5 Gew.-%igen Dispersion eines 20 Gew.-%igen Trockenpulvers in einer 1-cm-Küvette im Absorptionsmaximum.

Das entstandene Astaxanthinpulver ließ sich nicht homogen in ein Öl dispergieren. Um die- ses Pulver auf Futtermittelpellets aufbringen zu können, muss das Pulver zuerst in Wasser gelöst und anschließend die wässrige Lösung in ein Öl einemulgiert werden.

Beispiel 3

Herstellung einer öligen Astaxanthin-Formulierung durch Mahlung

50 g Astaxanthin (5 Gew.-%), 40 g α-Tocopherol (4 Gew.-%) und 5 g Ascorbylpalmitat (0,5 Gew.-%) werden mit 755 g Sonnenblumenöl (75,5 Gew.-%) vermischt. Diese Mischung wurde vermählen und während der ersten 15 Minuten wurden 150 g Zein (15 Gew.-%) langsam zugegeben. Mahldauer: 4 Stunden bei 64 bis 74 0C und einer Durchflussrate von 60 bis 80 g/min (Spezifikationen der Mühle Dynomill: 0,05 mm Reibspalt, 2986 rpm, 470 ml mit ZrO2 stabilisierten Kugeln mit einem Durchmesser von 0,3 mm). Mittels Fraunhoferbeugung wurde eine Partikelgröße des Astaxanthin-Zein-Agglomerats von D 4,3 = 9,5 μm gemessen. Die Astaxanthin-Primärpartikel waren erheblich kleiner, die mittels Transmissionselektronenmik- roskopie bestimmte Größe der Astaxanthin-Kristalle betrug 200 bis 600 nm.

Patentansprüche

1. Ölige Formulierung, umfassend mindestens einen festen Wirkstoff, mindestens ein hydrophobes Schutzkolloid und mindestens ein essbares Öl.

2. Formulierung nach Anspruch 1 , wobei der Wirkstoff ein Carotinoid ist.

3. Formulierung nach Anspruch 2, wobei der Wirkstoff Astaxanthin ist.

4. Formulierung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das hydrophobe Schutzkolloid ein Prolamin ist.

5. Formulierung nach Anspruch 4, wobei das Prolamin ausgewählt ist unter Zein, GNa- din, Zein, Kafarin, Secalin, Hordein und Orycin.

6. Formulierung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Gewichtsverhältnis von Wirkstoff zu hydrophobem Schutzkolloid im Bereich von 5:1 bis 1 :10 liegt.

7. Verfahren zur Herstellung der Formulierung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei der feste Wirkstoff in mindesten einem essbaren Öl in Anwesenheit mindestens eines hydrophoben Schutzkolloids vermählen wird.

8. Verfahren zur Herstellung der Formulierung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei man

a) den festen Wirkstoff und das hydrophobe Schutzkolloid in einem polaren Lösungsmittel dispergiert, b1 ) das Lösungsmittel entfernt oder b2) den Wirkstoff zusammen mit dem hydrophoben Schutzkolloid ausflockt und den ausgeflockten Feststoff gewinnt und c) den gemäß b1 ) oder b2) erhaltenen Feststoff in einem Öl dispergiert.

9. Verfahren nach Anspruch 8, wobei man als Lösungsmittel ein Gemisch aus Wasser und einem mit Wasser mischbaren Alkohol verwendet.

10. Verwendung der öligen Formulierung nach einem der Ansprüche 1 bis 6 als

Zusatz zu Tierfuttermitteln, Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln sowie pharmazeutischen und kosmetischen Mitteln.

1 1. Tierfuttermittel, Lebensmittels und Nahrungsergänzungsmittel, umfassend die ölige Formulierung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 6.

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