Diagnosis And Risk Classification Of Acute Coronary Syndrome By Means Of Ct-proet-1 In Combination With Nt-probnp

  • Published: Jul 3, 2008
  • Earliest Priority: Dec 22 2006
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Diagnose und Risikostratifizierung des akuten Koronarsyndroms mittels CT-proET-1 in Kombination mit NT-proBNP

Beschreibung

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Diagnose und / oder Risikostratifizierung des akuten Koronarsyndroms (ACS) , insbesondere des akuten Myokardinfarkts (AMI) und der Angina pectoris (AP) und / oder eines post-Myokardinfarkts (post- AMI), wobei eine Bestimmung des C-terminalen proEndothelins (CT-proET-1) oder Fragmenten und Teilpeptiden davon, in Kombination mit NT-proBNP erfolgt.

Die Risikostratifizierung hat eine zunehmende Bedeutung im Bereich der Herzerkrankungen, sei es bei symptomatischen oder asymptomatischen Patienten. Insbesondere auf dem Gebiet des akuten Koronarsyndroms (ACS) sowie des akuten Myokardinfarkts (AMI) und der Angina pectoris (AP) sowie des postMyokardinfarkts (post-AMI) besteht ein hohes Bedürfnis an einer geeigneten Risikostratifizierung.

Zwecks einer geeigneten Therapie, bedarf es einer frühen Diagnose und Differenzierung des akuten Koronarsyndroms bereits in der Notaufnahme in Verbindung mit der Notwendigkeit klinische Entscheidungen zu treffen. Aufgrund unspezifischer Symptome (Brustschmerzen) bei akutem Koronarsyndrom ist sowohl die Differenzierung und Abgrenzung von anderen Erkrankungen als auch die Erkennung des akuten Koronarsyndroms wesentlich. Dies ist ebenfalls erforderlich im Fall eines post- Myokardinfarktes .

Im Stand der Technik sind biochemische Marker - insbesondere die Klassiker wie kardiale Troponine, Myoglobin und CK-MB- Masse - zur Prognose eines Myokardinfarkts angestrengt worden

(Katus, H. A.; Remppis, A.; Scheffold, T.; Diederich, K. W. und Kuebler, W. (1991) : Intracellular compartmentation of cardiac troponin T and its release kinetics in patients with reperfused and nonreperfused myocardial infarction, Am J Cardiol 67 (16) : 1360-1367) . Als ein weiterer effektiver biochemischer Marker hat sich in der Myokarddiagnostik das B- Typ natriuretischem Peptid (BNP) samt Pro-BNP, NT-ProBNP

(EP1363128B1, EP1666881A2) erwiesen.

Die C-terminalen ProEndothelin Fragmente (CT-proET-1) mit den Aminosäuresequenzen 93-212 oder 168-212 des preproEndothelin (SEQ ID No. 1) ist zur Diagnose von Herz-Kreislauferkrankungen zur indirekten Bestimmung des Endothelin-1 oder des big - Endothelin-1 Gehaltes in EP 1564558 Bl beschrieben. Ferner ist aus EP 1564558 Bl bekannt, dass zur Kardialdiagnostik Kardialparameter wie ANP, BNP und proBNP in einer Multiparameterdiagnostik hinzugezogen werden können.

Nachteilig an den bekannten Diagnoseverfahren unter Verwendung der bisher bekannten Marker ist jedoch, dass eine frühzeitige und vollständige Erfassung von Risikopatienten nicht ausreichend gelingt und daher eine Risikostratifizierung nicht ausreichend erfolgt. Eine der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe besteht daher darin, ein Verfahren zur Risikostratifizierung des akuten Koronarsyndroms sowie des post-Myokardinfarktes zu entwickeln, das eine verbesserte Erfassung von Risikopatienten ermöglicht.

Ferner ist nachteilig, dass im Stand der Technik zumeist keine hinreichende Sensitivität und/oder Spezifität der Marker erreicht wird.

Eine weitere Aufgabe besteht daher darin, ein Verfahren zur Risikostratifizierung des akuten Koronarsyndroms sowie des post-Myokardinfarktes bereitzustellen, wobei mindestens ein Marker oder eine Kombination von Markern eine hinreichende Sensitivität und Spezifität in einer in-vitro Diagnose aufweist .

Daher ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein Verfahren zur Diagnose und / oder Risikostratifizierung des akuten Koronarsyndroms sowie eines post-Myokardinfarktes bereitzustellen.

Die Aufgabe wird durch ein Verfahren zur Diagnose und Risikostratifizierung des akuten Koronarsyndroms sowie eines post-Myokardinfarktes gelöst, wobei eine Bestimmung des CT- proET-1 mit den freien Fragmenten (SEQ ID No. 2 und / oder SEQ ID No. 3) (kurz: „CT-proET-1") oder Fragmenten und Teilpeptiden davon, in Kombination mit NT-proBNP (SEQ ID No. 4) erfolgt (nachstehend erfindungsgemäßes Verfahren).

Überraschender Weise weisen CT-proET-1 oder Fragmente und Teilpeptide davon, in Kombination mit NT-proBNP eine hohe Sensitivität und Spezifität für die Diagnose des akuten Koronarsyndroms sowie des post-Myokardinfarkts auf (Siehe Beispiele und Figuren) .

Der Begriff „akutes Koronarsyndrom" umfasst verschiedene Phasen der koronaren Herzerkrankung, die unmittelbar lebensbedrohlich sind. Dies betrifft insbesondere die Notfallmedizin, und zwar einen akuten Myokardinfarkt und / oder Angina pectoris sowie einen plötzlichen Herztod. Neben dem akuten Myokardinfarkt, der nach WHO-Kriterien (WHO (1979) : Nomenclature and criteria for diagnosis of ischemic heart disease. Report of the Joint International Society and Federation of Cardiology/World Health Organization task force on standardization of clinical nomenclature, Circulation 59 (3) : 607-609) definiert ist als akutes, länger als 20 Minuten andauerndes Brustschmerzereignis, verbunden mit ST- Streckenhebungen und/oder einer Erhöhung myokardialer Enzyme, wurde der Begriff der instabilen Angina pectoris (AP) geprägt, die erfindungsgemäß unter „akutes Koronarsyndrom" zu lesen sind (Hamm CW: Leitlinien: Akutes Koronarsyndrom (ACS) - Teil 1: ACS ohne persistierende ST-Hebung. Z Kardiol (2004) 93:72- 90; siehe auch: Pschyrembel, De Gruyter, Berlin 2004). Im Rahmen dieser Erfindung wird unter „nachteiliges (negatives) Ereignis bei post-Myokardinfarktpatienten" insbesondere ein weiterer (Folge-) Myokardinfarkt, Herzversagen oder Todeseintritt verstanden oder sonstige Verschlechterung der Prognose des Patienten verstanden. Im Rahmen dieser Erfindung wird unter „Myokardinfarkt" (Herzinfarkt, AMI (acute myocardial infarction) ) eine akute und lebensbedrohliche Erkrankung des Herzens verstanden, wobei ein Absterben oder Gewebsuntergang (Infarkt) von Teilen des Herzmuskels (Myokard) erfolgt, infolge einer

Durchblutungsstörung (Ischämie) , die in der Regel länger als 20 Minuten besteht. Leitsymptom des Herzinfarktes ist ein plötzlich auftretender, mehr als 20 Minuten anhaltender und meist starker Schmerz im Brustbereich („ehest pain"), der in die Schultern, Arme, Unterkiefer und Oberbauch ausstrahlen kann und von Schweißausbrüchen, Übelkeit und evtl. Erbrechen begleitet sein kann. Infolge eines Myokardinfarktes ist ein Herzversagen möglich.

Der Begriff „post-Myokardinfarkt" bedeutet, dass ein Patient bereits einen Myokardinfarkt in der Vergangenheit, d.h. z.B. mehr als 1 Stunde, insbesondere 20 Stunden, insbesondere 1 bis 5 Tage oder 3 bis 5 Tage erlitten hat und nunmehr in der Post („Danach") - Phase lebt und keine unmittelbare Todesfolge erlitten hat, jedoch mittelbar und unmittelbar mit einem weiteren nachteiligen Ereignis gerechnet werden kann.

Alle genannten Indikationen werden zudem z.B. im Pschyrembel, De Gruyter, Berlin 2004 beschrieben.

Der Begriff „Risikostratifizierung" umfasst erfindungsgemäß das Auffinden von Patienten, insbesondere Notfallpatienten und Risikopatienten, mit der schlechteren Prognose, zwecks intensiverer Diagnostik und Therapie/Behandlung des akuten Koronarsyndroms, insbesondere Myokardinfarkt, Angina pectoris und / oder post-Myokardinfarkt mit dem Ziel eines möglichst günstigen Verlaufs zu ermöglichen. Eine erfindungsgemäße Risikostratifizierung erlaubt in Folge ein effektives Behandlungsverfahren, die beim akuten Koronarsyndrom mit den perkutanen Koronarinterventionen und den neueren Arzneimitteln gegeben sind.

Daher betrifft die Erfindung ebenfalls die Identifizierung von Patienten mit erhöhtem Risiko oder/und einer ungünstigen Prognose eines akuten Koronarsyndroms, insbesondere Myokardinfarkts, Angina pectoris und / oder postMyokardinfarkt und zwar bei symptomatischen und / oder asymptomatischen Patienten, insbesondere Notfallpatienten.

Besonders vorteilhaft kann insbesondere in Fällen der Notfall- und /oder Intensivmedizin mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens eine sichere Stratifizierung erfolgen. Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht daher klinische Entscheidungen, die zu einem schnellen Therapieerfolg und zur Vermeidung von Todesfällen führen. Solche klinischen Entscheidungen umfassen ebenfalls weiterführende Behandlungen mittels Arzneimitteln zur Behandlung oder Therapie des akuten Koronarsyndroms, insbesondere Myokardinfarkt (AMI) und der Angina pectoris (AP) und / oder post-Myokardinfarkt. Daher betrifft die Erfindung ebenfalls ein Verfahren zur Diagnose und / oder Risikostratifizierung von Patienten mit einem akuten Koronarsyndrom und / oder post-Myokardinfarkt zur Durchführung von klinischen Entscheidungen, wie weiterführende Behandlung und Therapie mittels Arzneimitteln, vorzugsweise in der zeitlich kritischen Intensivmedizin oder Notfallmedizin, einschließlich der Entscheidung zur Hospitalisierung des Patienten.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform betrifft das erfindungsgemäße Verfahren daher die Therapiesteuerung des akuten Koronarsyndroms, insbesondere Myokardinfarkt (AMI) und der Angina pectoris (AP) sowie post-Myokardinfarkt .

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens erfolgt die zur Diagnose und / oder Risikostratifizierung zur Prognose, zur differentialdiagnostischen Früherkennung und Erkennung, zur Beurteilung des Schweregrades und zur therapiebegleitenden Verlaufsbeurteilung .

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform betrifft die Erfindung ein Verfahren zur in-vitro Diagnostik zur Früh- oder Differentialdiagnose oder Prognose des akuten Koronarsyndrom bzw. Myokardinfarkt oder Angina Pectoris und / oder postMyokardinfarkt, wobei eine Bestimmung des Marker CT-proET-1 oder Fragmenten und Teilpeptiden davon, in Kombination mit NT- proBNP an einem zu untersuchenden Patienten durchgeführt wird. Ferner betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Diagnose und Risikostratifizierung des akuten Koronarsyndroms oder ein Verfahren zur Früh- oder Differentialdiagnose oder Prognose von akutem Koronarsyndrom, insbesondere Myokardinfarkt oder Angina Pectoris und / oder post-Myokardinfarkt nach einem der obigen Ausführungsformen, wobei nach Eintreten der Symptome für die Kombination von CT-proET-1 oder Fragmenten und Teilpeptiden davon mit NT-proBNP bei cut-off-Werten

(Schwellenwerten) von 80-150 pmol/L, insbesondere 90 - 130 pmol/L insbesondere 109,5 pmol/L für CT-proET-1 und 750 - 1100 pmol/L, insbesondere 800 - 950 pmol/L, insbesondere 827,2 pmol/L für NT-proBNP bei maximaler Sensitivität und Spezifität

(siehe Figuren 3 und 4) für die Diagnose und / oder Risikostratifizierung in den genannten Ausführungsformen betragen.

Auf dieser Basis sind diese erfindungsgemäßen Verfahren vorteilhaft sensitiv und spezifisch.

In einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird dem zu untersuchenden Patienten Körperflüssigkeit, vorzugsweise Blut entnommen, wahlweise Vollblut oder Serum oder erhältliches Plasma und die Diagnose erfolgt in vitro/ex vivo, d.h. außerhalb des menschlichen oder tierischen Körpers. Aufgrund der Bestimmung des Markers CT-proET-1 oder Fragmenten und Teilpeptiden davon, in Kombination mit NT-proBNP wird eine hohe Sensitivität und Spezifität für das akute Koronarsyndrom, Myokardinfarkt und Angina Pectoris und / oder postMyokardinfarkt erzielt und anhand der vorhandenen Menge in mindestens einer Patientenprobe kann die Diagnose oder Risikostratifizierung erfolgen.

Im Rahmen dieser Erfindung wird unter „CT-proET-lλλ ein humanes Protein oder Polypeptid verstanden, dass aus dem Preproendothelin erhalten werden kann und im Rahmen des Preproendothelins (SEQ ID No.1) die freien Fragmente mit den Aminosäuren 93-212 (129 AS, SEQ ID No. 2: ALENLLPT KATDRENRCQ CASQKDKKCW NFCQAGKELR AEDIMEKDWN NHKKGKDCSK LGKKCIYQQL VRGRKIRRSS EEHLRQTRSE TMRNSVKSSF HDPKLKGKPS RERYVTHNRA HW) oder mit den Aminosäuren 168-212 (44AS, SEQ ID No. 3: RSS EEHLRQTRSE TMRNSVKSSF HDPKLKGKPS RERYVTHNRA HW, siehe auch Figur 1) umfassen und daraus jeweils erhältliche Fragmente oder Teilpeptide. Ferner können diese erfindungsgemäße Polypeptide posttranslationale Modifikationen aufweisen, wie Glykolisierung, Lip (o) idisierung oder Derivatisierungen.

Im Rahmen dieser Erfindung wird unter „NT-proBNP" das N- termimale Prohormon des B-Typ natriuretischem Peptids ein humanes Protein oder Polypeptid verstanden mit der Aminosäuresequenz gemäß SEQ ID No. 4 (76 AS: HPLG SPGSASDLET SGLQEQRNHL QGKLSELQVE QTSLEPLQES PRPTGVWKSR EVATEGIRGH RKMVLYTLRA PR) .

In einer weiteren Ausführungsform kann die Bestimmung von CT- proET-1 oder Fragmenten und Teilpeptiden davon, in Kombination mit NT-proBNP zusätzlich mit weiteren Markern erfolgen und zwar vorzugsweise solche, die bereits auf ein akutes Koronarsyndrom, insbesondere Myokardinfarkt oder Angina Pectoris sowie post-Myokardinfarkt hinweisen.

Daher betrifft die Erfindung eine solche Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens, wobei die Bestimmung zusätzlich zu der erfindungsgemäßen Kombination mit mindestens einem weiteren Marker ausgewählt aus der Gruppe inflammatorischer Marker, cardiovaskulärer Marker, neurohormonaler Marker oder ischämischer Marker an einem zu untersuchenden Patienten durchgeführt wird.

Erfindungsgemäß kann der inflammatorische Marker aus mindestens einem Marker aus der Gruppe C-reaktivem Protein (CRP) , Cytokinen, wie etwa TNF-alpha, Interleukinen, wie etwa IL-β, Procalcitonin (1-116, 3-116) und Adhäsionsmolekülen, wie VCAM oder ICAM ausgewählt sein sowie der cardiovaskuläre Marker, insbesondere ein Nekrose von Herzmuskelgewebe anzeigender Marker und den Blutdruck beeinflussender Marker aus mindestens einem Marker aus der Gruppe Kreatinkinase, Myoglobin, Myeloperoxidase, weiteres natriuretisches Protein, insbesondere ANP (bzw. ANF) , proANP, NT-proANP, BNP, proBNP oder jeweils eine Teilsequenz davon, kardiale Troponin, CRP ausgewählt sein. Ferner werden hierunter ebenfalls Kreislaufregulierende (Pro) Hormone verstanden, insbesondere wie pro-Gastrin-Releasing Peptid (proGRP) , pro-Leptin, pro- Neuropeptid-Y, pro-Somatostatin, pro- Neuropeptid-YY, pro- Opiomelanocortin oder pro-Adrenomedullin (proADM) oder jeweils eine Teilsequenz davon.

Der ischämische Marker kann aus mindestens einem Marker aus der Gruppe Troponin I und T, CK-MB ausgewählt sein. Darüber hinaus kann der neurohormonale Marker mindestens ein weiteres natriuretisches Protein sein, insbesondere ANP (bzw. ANF) , proANP, NT-proANP, BNP, proBNP oder jeweils eine Teilsequenz davon.

In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung kann das erfindungsgemäße Verfahren im Rahmen einer in-vitro Diagnose mittels parallelen oder simultanen Bestimmungen der Marker durchgeführt werden (z.B. Multititerplatten mit 96 und mehr Kavitäten) , wobei die Bestimmungen an mindestens einer Patientenprobe durchgeführt werden.

Ferner kann das erfindungsgemäße Verfahren und dessen Bestimmungen in einer diagnostischen Vorrichtung anhand eines Analyseautomaten, insbesondere mittels einem Kryptor (http://www.kryptor.net/) durchgeführt werden.

In einer weiteren Ausführungsform kann das erfindungsgemäße Verfahren und dessen Bestimmungen mittels einem Schnelltest durchgeführt werden (z.B. lateral-flow Test oder Point-of Care) , sei es in Einzel- oder Multiparameterbestimmung. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform handelt es sich um einen Selbsttest oder um eine Vorrichtung, die in der Notfalldiagnostik geeignet ist. Ferner betrifft die Erfindung die Verwendung von CT-proET-1 oder Fragmenten und Teilpeptiden davon, in Kombination mit NT- proBNP zur Risikostratifizierung des akuten Koronarsyndroms, Myokardinfarkt oder Angina Pectoris und / oder postMyokardinfarkt und/oder zur in-vitro Diagnostik zur Früh- oder Differentialdiagnose oder Prognose des akuten Koronarsyndroms, Myokardinfarkt oder Angina Pectoris und / oder postMyokardinfarkt .

Eine weitere Aufgabe ist die Bereitstellung einer entsprechenden diagnostischen Vorrichtung oder dessen Verwendung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens.

Im Rahmen dieser Erfindung wird unter einer solchen diagnostischen Vorrichtung, insbesondere ein Array oder Assay verstanden (z.B. Immunoassay, ELISA etc.), im weitesten Sinne eine Vorrichtung zur Durchführung der erfindungsgemäßen Verfahren.

Die Erfindung betrifft zudem ein Kit zur Diagnose und / oder Risikostratifizierung des akuten Koronarsyndroms, Myokardinfarkt und / oder Angina Pectoris und / oder postMyokardinfarkt, enthaltend Nachweisreagenzien zur Bestimmung von CT-proET-1 oder Fragmenten und Teilpeptiden davon, in Kombination mit NT-proBNP ggfs. oben genannte weitere Marker. Solche Nachweisreagenzien umfassen z.B. Antikörper etc. Nachfolgende Beispiele und Figuren dienen zur näheren Erläuterung der Erfindung, jedoch ohne die Erfindung auf diese Beispiele und Figuren zu beschränken.

Beispiele und Figuren: Beispiel 1

983 Patienten, die sich mit dem Herzinfarkt-bedingten Leitsymptom des Brustschmerzes in der Notaufnahme eines Krankenhauses vorgestellt haben, wurde eine Blutprobe entnommen.

Die Patienten wurden im Median über 342 Tage beobachtet, wobei 10,3% der Patienten starben und 5,0% wegen Herzinsuffizienz rehospitalisiert wurden.

Die Plasma Konzentrationen von CT-proET-1 bei Patienten mit Herzinfarkt waren gegenüber dem Normalbereich (Mittelwert: 44,3 pmol/L, Bereich 10.5-77,4 pmol/L) mit im Median 71 pmol/L Bereich 4,6-671 pmol/L) erhöht. Im Vergleich zu Patienten ohne spätere Ereignisse war CT-proET-1 höher bei Patienten, die später starben oder mit Herzinsuffizienz rehospitalisiert wurden (Median [Bereich] pmol/L, 123,5; [14-671] vs . 74; [4,6- 530; p<0.0001). Auch NT-proBNP war bei Patienten mit Ereignissen gegenüber Patienten ohne spätere Ereignisse erhöht (p<0.0001). Weitere Einzelheiten sind in den Tabellen 1 und 2 dargelegt.

Das Cox proportional hazards model für die Vorhersage von Tod/Herzinsuffizienz identifizierte CT-proET-1 und NT-proBNP als unabhängige Prädiktoren (log CT-proET-1 (HR 6,82), log NT- BNP (HR 2,66)). Die receiver-operating curve für CT-proET-1 erbrachte eine area under the curve (AUC) von 0,77(95% CI: 0,71-0,83, p<0.001); für NT-proBNP war die AUC ebenfalls 0,77 (95% CI: 0,71-0,83, p<0.001); die Kombination beider Marker in dem logistischen Modell erbrachte eine AUC von 0,82 (95% CI: 0,77-0,87, p<0,001), also eine größere AUC als diejenigen der beiden einzelnen Marker (Figur 2).

Der Zusatznutzen, der aus der Kombination beider Marker CT- proET-1 und NT-proBNP gegenüber beiden einzelnen Markern resultiert, ist ebenfalls in den Figuren 3 und 4 veranschaulicht, wobei die Ereignisrate nach 60 Tagen zugrunde gelegt wurde. Patienten wurden nach cut-off-Werten stratifiziert und die Ereignisrate in den so erhaltenen Subgruppen dargestellt. In Figur 3 wurden als cut-off-Werte diejenigen Konzentrationen aus der ROC-Analyse ermittelt, bei denen das Produkt aus Sensitivität und Spezifität für die Ereignisprognose maximal war. In Figur 4 dienen die Mediane der gesamten Patientenpopulation als Cut-off-Wert . Tabelle 1: Charakteristik der Patienten, separiert in CT- proET-1 Quartilen. Werte sind als Mittelwerte (SD) oder Zahlen ( % ) angegeben .

Tabelle 2: Vergleich von CT-proET-1 und NT-proBNP Konzentrationen in verschiedenen Subgruppen von Patienten mit akutem Myokardinfarkt

Figur 1: Schema zur diagnostischen Verfügung von CT-proET SEQ ID No. 3 samt dessen Nachweis mittels einer Sonde (Antikörper) .

Figur 2: ROC Kurven für die Prognose von Tod/Herzinsuffizienz mittels NT-proBNP oder CT-proET-1 oder der aus dem logistischen Regressionsmodell abgeleiteten Kombination beider Parameter .

Figur 3: Rate der Ereignisse (Tod, Herzinsuffizienz) nach Subgruppierung der Herzinfarktpatienten gemäß der angegebenen Cut-off Konzentrationen für CT-proET-1 und NT-proBNP (beide in pmol/L) . Die Cut-off Konzentrationen wurden jeweils als diejenigen Konzentrationen aus der ROC-Analyse ermittelt, bei denen das Produkt aus Sensitivität und Spezifität für die Ereignisprognose maximal war.

Figur 4: Rate der Ereignisse (Tod, Herzinsuffizienz) nach Subgruppierung der Herzinfarktpatienten gemäß Lage der Messwerte für CT-proET-1 und NT-proBNP bezogen auf den jeweiligen Median der Messwerte aller Herzinfarktpatienten. Der Median lag für CT-proET-1 bei 77 pmol/L, für NT-proBNP bei 914 pmol/L.

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Patentansprüche

1. Verfahren zur in-vitro Diagnose und / oder Risikostratifizierung des akuten Koronarsyndroms und / oder post-Myokardinfarkt, dadurch gekennzeichnet, dass eine Bestimmung des CT-proET-1 mit den freien Fragmenten

(SEQ ID No. 2 und / oder SEQ ID No. 3) oder Fragmenten und Teilpeptiden davon, in Kombination mit NT-proBNP (SEQ ID No. 4) an einem zu untersuchenden Patienten erfolgt.

2. Verfahren zur Diagnose und / oder Risikostratifizierung des akuten Koronarsyndroms und / oder post-Myokardinfarkt nach Anspruch 1, zur Identifizierung von Patienten mit erhöhtem Risiko oder/und einer ungünstigen Prognose eines akuten Koronarsyndroms, insbesondere Myokardinfarkt, Angina pectoris und / oder post-Myokardinfarkt.

3. Verfahren zur Diagnose und / oder Risikostratifizierung des akuten Koronarsyndroms und / oder post-Myokardinfarkt nach Anspruch 1 oder 2, wobei der Patient ein symptomatischer und / oder asymptomatischer Patient, insbesondere ein Notfallpatient ist.

4. Verfahren zur Diagnose und / oder Risikostratifizierung des akuten Koronarsyndroms und / oder post-Myokardinfarkt nach einem der Ansprüche 1 bis 3 zur Therapiesteuerung des akuten Koronarsyndroms, insbesondere Myokardinfarkt (AMI) und der Angina pectoris (AP) und / oder post-Myokardinfarkt , insbesondere in der Intensivmedizin oder Notfallmedizin.

5. Verfahren zur Diagnose und / oder Risikostratifizierung des akuten Koronarsyndroms und / oder post-Myokardinfarkt nach einem der Ansprüche 1 bis 4 zur Durchführung von klinischen Entscheidungen, insbesondere weiterführende Behandlung und Therapie mittels Arzneimitteln, insbesondere in der Intensivmedizin oder Notfallmedizin, einschließlich der Entscheidung zur Hospitalisierung des Patienten.

6. Verfahren zur Diagnose und / oder Risikostratifizierung des akuten Koronarsyndroms und / oder post-Myokardinfarkt nach einem der Ansprüche 1 bis 4 zur Prognose, zur differentialdiagnostischen Früherkennung und Erkennung, zur Beurteilung des Schweregrades und zur therapiebegleitenden Verlaufsbeurteilung .

7. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die cut-off Werte 80-150 pmol/L, insbesondere 90 - 130 pmol/L insbesondere 109,5 pmol/L für CT-proET-1 und 750 - 1100 pmol/L, insbesondere 800 - 950 pmol/L, insbesondere 827,2 pmol/L für NT-proBNP betragen.

8. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich eine Bestimmung mindestens eines weiteren Markers ausgewählt aus der Gruppe inflammatorischer Marker, cardiovaskulärer Marker, neurohormonaler Marker oder ischämischer Marker durchgeführt wird.

9. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der inflammatorische Marker aus mindestens einem Marker aus der Gruppe C-reaktivem Protein (CRP) , Cytokinen, wie etwa TNF-alpha, Interleukinen, wie etwa IL-β, Procalcitonin (1-116, 3- 116) und Adhäsionsmolekülen, wie VCAM oder ICAM ausgewählt ist.

10. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der cardiovaskuläre Marker aus mindestens einem Marker aus der Gruppe Kreatinkinase, Myoglobin, Myeloperoxidase, natriuretisches Protein, insbesondere ANP (bzw. ANF) , proANP, NT-proANP, BNP, proBNP oder jeweils eine Teilsequenz davon, kardiale Troponin, CRP sowie Kreislaufregulierende (Pro) Hormone, wie pro-Gastrin-Releasing Peptid (proGRP) , pro- Endothelin-1, pro-Leptin, pro-Neuropeptid-Y, pro- Somatostatin, pro- Neuropeptid-YY, pro-Opiomelanocortin oder pro-Adrenomedullin (proADM) oder jeweils eine Teilsequenz davon ausgewählt ist.

11. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der ischämischer Marker aus mindestens einem Marker aus der Gruppe Troponin I und T, CK-MB ausgewählt ist.

12. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der neurohormonale Marker mindestens ein natriuretisches Protein ist, insbesondere ANP (bzw. ANF) , proANP, NT-proANP, BNP, proBNP oder eine Teilsequenz davon ist.

13. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass parallele oder simultane Bestimmungen der Marker durchgeführt werden.

14. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bestimmungen an mindestens einer Patientenprobe durchgeführt werden.

15. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bestimmungen an einem Analyseautomaten, insbesondere mittels einem Kryptor, durchgeführt werden.

16. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bestimmungen mittels einem Schnelltest, insbesondere in Einzel- oder Multiparameterbestimmungen durchgeführt werden.

17. Verwendung von des CT-proET-1 mit den freien Fragmenten

(SEQ ID No. 2 und / oder SEQ ID No. 3) oder Fragmenten und Teilpeptiden davon, in Kombination mit NT-proBNP (SEQ ID No. 4) zur Diagnose und / oder Risikostratifizierung des akuten KoronarSyndroms, Myokardinfarkt, Angina Pectoris und / oder post-Myokardinfarkt und ggfs. weitere Marker nach einem der Ansprüche 8 bis 12.

18. Kit zur Risikostratifizierung des akuten Koronarsyndroms, Myokardinfarkt, Angina Pectoris und / oder postMyokardinfarkt enthaltend Nachweisreagenzien zur Bestimmung von CT-proET-1 mit den freien Fragmenten (SEQ ID No. 2 und / oder SEQ ID No. 3) oder Fragmenten und Teilpeptiden davon, in Kombination mit NT-proBNP (SEQ ID No. 4) und ggfs. weitere Marker nach einem der Ansprüche 8 bis 12 und Hilfsmittel.

19. Diagnostische Vorrichtung zur Durchführung eines Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 16.

20. Kit zur Diagnose des akuten Koronarsyndroms, Myokardinfarkt und / oder Angina Pectoris, enthaltend Nachweisreagenzien zur Bestimmung von CT-proET-1 mit den freien Fragmenten (SEQ ID No. 2 und / oder SEQ ID No. 3) oder Fragmenten und Teilpeptiden, in Kombination mit NT- proBNP (SEQ ID No. 4) und ggfs. weitere Marker nach einem der Ansprüche 8 bis 12 und Hilfsmittel.


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